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Sozialverhalten:
Soziale Anerkennung im Kindergarten ist häufig von der
Bewegungsgeschicklichkeit und der motorischen Entwicklung abhängig. Wenn
das Bewegungsverhalten Mängel aufweist, führt das oft zur Isolierung.
Ist dies der Fall, ist das Kind sozialen Aktivitäten gegenüber
häufig negativ eingestellt.
Lernprozeß:
Ein wichtiger Prozeß in der Entwicklung des Kindes ist das Erlernen
von Bewegung. Die Abfolge des motorischen Lernens ist in 3 Phasen eingeteilt,
welche aufeinander aufbauen und ineinander übergehen. Sie sind voneinander
nicht abgrenzbar:
1. Phase: Entwicklung der Grobmotorik
Es treten Mängel im Einsatz von Muskelkraft, in der Muskelwahl
(es kommt zum Mitbewegen von nicht benötigten Muskeln), im
Bewegungsfluß (Tempo ist zu hastig oder zu langsam) und in der
Bewegungspräzision (Bewegungen werden jedesmal anders ausgeführt)
auf.
2. Phase: Entwicklung der Feinmotorik
Es kommt zu einer
Bewegungskopplung (Bewegungen sind flüssiger miteinander verbunden), zu
einer Bewegungsökonomie (mit weniger Kraftaufwand gelingen bessere
Ausführungen), zu einer Bewegungspräzision (Einzelversuche sind nicht
zufällig, sondern werden präzise) und es kommt zu einer
Bewegungskonstanz (Timing und Rhythmisierung gelingen immer besser).
3. Phase: Variable Verfügbarkeit
Es kommt zu einer Stabilisierung des Erlernten, Beherrschung und
Teilautomatisierung der Bewegung und zu Regulation und Korrektur
während des Ablaufs.
Alle Phasen folgen einander mit aufsteigendem Alter, lassen ein Neuerlernen
von Bewegungsformen zu allen Zeitpunkten des Lebens zu und erreichen für
einzelne sportliche Bewegungen unterschiedliche Niveaus.
Die Haltefunktion der Muskulatur wird unterstützt von den
Bändern, den Sehnen, den Knorpeln und den Knochen. Für die Haltung
muß der kindliche Körper ständig Ausgleichsbewegungen vornehmen,
um den Körperschwerpunkt und das Gleichgewicht zu sichern.
Von der richtigen Muskelspannung, Anspannung und Entspannung, hängt
das Ausbalancieren des Körpers ab. Dies ist eine enorme
Koordinationsleistung für das Kind. Die Stützmotorik ist Voraussetzung
für jede Ziel- bzw. Handlungsmotorik. Die Muskulatur des
Stützapparates muß mit Sauerstoff versorgt werden um
leistungsfähig zu bleiben. Die Zufuhr von Sauerstoff übernimmt das
Atmungssystem, die Verteilung das Herz- Kreislaufsystem.
Eine unzureichende Anpassung des Atmungs- Herz- Kreislaufsystems kann zu
Atembeklemmungen und Hautblässe führen.
Mangelndes Durchhaltevermögen des Atmungs- Herz- Kreislaufsystems
lassen keine Trainingsreize für die Stützmuskulatur zu. Deshalb tritt
die Organschulung (Ausdauermotorik) an die erste Stelle und danach kommt erst
die Muskelschulung.
Ausdauermotorik:
Die Anzahl der Herzschläge pro Minute liegt beim Kind wesentlich
höher als beim Erwachsenen und sinkt im Laufe der Entwicklung
(120-90).
Eine Ausdauerschulung verhindert, vermindert und verkürzt
Ermüdungserscheinungen in der Bewegungskoordination.
Körperhaltung- Stützmotorik:
Die physiologische S- Krümmung der Wirbelsäule muß durch
die Kräftigung der Muskulatur unterstützt werden. Ist aber eine
mangelnde Muskelentwicklung vorhanden, kann es zu Haltungsschwächen, wie
z.B.: Rundrücken, Hohlrücken, Knickfuß, Senkfuß ... und
sogar zu einem Haltungsverfall führen.
Deshalb sollte man im Tagesablauf des Kindergartens eine einseitige
Belastung vermeiden und auf die Einhaltung von regelmäßigen
Turneinheiten achten!
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